Heiliger Hubertus

Hl. Hubertus im Deckengemälde der Schlosskapelle

Das neue Jagdschloss wird "Hubertusburg" benannt - nach dem christlichen Schutzpatron der Jäger, dem heiligen Hubertus (Gedenktag 3.11.). Er ist um 655 geboren, hat als Glaubensbote in Südbrabant und den Ardennen gewirkt, ist seit 703 Bischof von Tongern-Maastricht, wobei er in seiner Amtszeit den Bischofssitz nach Lüttich verlegt. Er stirbt im Jahr 727 bei Brüssel. Seine Gebeine werden später in das Kloster Andagium, heute Saint-Hubert (Belgien), übertragen. Der Aufzucht von Jagdhunden in diesem Kloster verdankt Hubertus wahrscheinlich die „Nähe" zur Jagd. In früheren Jahrhunderten schmückte man das Leben eines heiligen Menschen, zur Unterhaltung aber auch um Lebensweisheiten zu vermitteln, gern mit Geschichten aus. Auf dem Deckengemälde der katholischen Schlosskapelle wird eine solche Legende von Hubertus illustriert.

Die Legende erzählt: Während einer Jagd folgt der für seine guten Taten bekannte Mann einem besonders schönen Hirsch. Dieser wendet sich ihm zu und es erscheint der Gekreuzigte in seinem Geweih. Entweder spricht Jesus am Kreuz selbst oder der Hirsch: „... warum verfolgst du mich? Ich bin dir zu Lieb in dieses Tieres Gestalt erschienen, denn ich bin Christus, welchen du unwissend ehrest. Deine Almosen sind zu mir emporgestiegen, darum so bin ich zu dir kommen, dass ich dich durch diesen Hirschen sahe, den du selber zu jagen wähntest." (Jacobus de Voragine, Legenda aurea) Diese Begegnung wird ihm zum Anlass einer Lebenswende: Er wird Christ.
Die Deutung der Legende könnte etwa so lauten: Die menschliche Sehnsucht, sein „Jagen", lässt sich durch nichts Irdisches stillen, sondern die letzte Erfüllung seiner Suche ist Gott allein. So wird auch in der frühchristlichen Tiersymbolik (Physiologus) der Hirsch im Zusammenhang mit einem Vers des 42. Psalms gesehen: „Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so lechzt meine Seele, Gott, nach dir."
Interessanterweise kommt der Jäger gerade nicht an sein Ziel, denn Christus identifiziert sich mit dem Opfer, dem Hirsch. Das Tier soll als Mitgeschöpf des Menschen in den Blick kommen, nicht als eine Jagdtrophäe.

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